CNET
Von KI verfasste Erklärstücke zu Finanzthemen
CNET veröffentlichte unauffällig 77 von KI verfasste Erklärstücke, korrigierte mehr als die Hälfte und setzte den Einsatz des Werkzeugs aus.
Ausgangslage
Erklärstücke zu persönlichen Finanzen, etwa zu Zinsen und Sparkonten, bringen Verlagen Zugriffe über Suchmaschinen, kosten aber jeweils Redaktionszeit. Das Finanzressort von CNET wollte mehr davon erstellen.
Vorgehen
In den Monaten vor Januar 2023 ließ CNET Money von einer intern entwickelten KI-Engine 77 kurze Erklärstücke entwerfen, rund 1 % seiner Inhalte, jeweils von einem Redakteur geprüft und unter einer allgemeinen Autorenzeile mit einem kleinen Hinweis veröffentlicht. Im Januar 2023 lenkten externe Berichte die Aufmerksamkeit auf die Praxis und auf sachliche Fehler. Eine interne Prüfung führte zu Korrekturen an 41 der 77 Artikel, teils erheblichen, und die Chefredakteurin räumte ein, dass eine Plagiatsprüfung in einigen Fällen versagt hatte. CNET setzte die KI-Beiträge aus, ebenso bei den Schwesterseiten Bankrate und CreditCards.com, und erklärte, sie erst wieder aufzunehmen, wenn die Abläufe solche Fehler verhindern könnten.
Kennzahlen
Erkenntnis
Jeder Artikel hatte einen Redakteur durchlaufen, doch mehr als die Hälfte musste korrigiert werden; die Prüfung erkannte also nicht, was das Modell falsch machte. Der unauffällige Hinweis machte aus einem Qualitätsproblem ein Vertrauensproblem, sobald Außenstehende es bemerkten.
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Quellen
Quellenzusammenfassungen
Chefredakteurin Connie Guglielmo sagte, CNET Money habe für 77 kurze Erklärstücke eine intern entwickelte KI-Engine genutzt, rund 1 % seiner Inhalte. Eine umfassende Prüfung, nachdem ein Leser einen Fehler gemeldet hatte, habe ergeben, dass einige Beiträge erheblich korrigiert werden mussten; sie räumte ein, dass das Plagiatsprüfprogramm falsch eingesetzt worden sei oder starke textliche Übereinstimmungen übersehen habe. Zu den geplanten Verbesserungen gehörten ein deutlicherer Hinweis und Redakteure als Mitautoren.
Talking Biz News gab die Zählung von The Verge wieder, wonach CNET bei 41 der 77 mit seinem KI-Werkzeug verfassten Beiträge Korrekturen veröffentlichte. Einige Korrekturen ersetzten Formulierungen, die als „nicht vollständig eigenständig formuliert“ bezeichnet wurden, was Plagiatsbedenken weckte. Futurism hatte zuerst berichtet, CNET veröffentliche seit Monaten ohne große Ankündigung von KI verfasste Artikel.
Engadget berichtete unter Berufung auf The Verge, die Leitung von CNET habe den Beschäftigten mitgeteilt, von KI verfasste Artikel „vorerst“ auszusetzen, auch bei Bankrate und CreditCards.com. Futurism hatte Dutzende automatisierte Finanz-Erklärstücke entdeckt, deren Hinweis erst beim Anklicken der Autorenzeile erschien. Engadget stellte die frühere Aussage von CNET in Frage, die Beiträge seien gründlich von Menschen redigiert worden.
Ausführliche Angaben finden Sie in den Originalquellen.